Bemerkenswertes

Winfried Bökmann stellt fest: Nach 48 Jahren geht man nicht so ganz

Drei Firmeninhaber, den Beginn des Computerzeitalters, den Wandel vom einfachen Badezimmer zur Wellness-Oase und unzählige technische Innovationen hat Winfried Bökmann während seines Berufslebens miterlebt. Im November ist der 63-jährige Fachberater für Sanitär und Heizung nach nunmehr 48 Jahren beim Soester Traditionsunternehmen Franz Kerstin ausgeschieden.

Christoph Ilaender und Winfried Bökmann - Foto: Gabi Bender, Möhnesee

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat er immer wieder Angebote aus der Industrie erhalten, die den erfahrenen Benninghauser gerne in ihrem Unternehmen gesehen hätten, doch ist er stets standhaft geblieben. „Ich habe es immer sehr zu schätzen gewusst, dass ich hier weitgehend autark und eigenverantwortlich arbeiten konnte“, sagt Winfried Bökmann, „von den Vertretern von Herstellerseite habe ich oft gehört, dass sie diese Freiheiten nicht haben.“ Außerdem kamen die Inhaber von Franz Kerstin regelmäßig in der Ausstellung vorbei und hatten auch immer ein offenes Wort für Ideen und Anregungen – auch das sei ein Grund für die jahrzehntelange Treue.

Gedanken über seine Zeit im Ruhestand hat sich der 63-Jährige erst kurz vor seinem letzten Arbeitstag gemacht. „Das wichtigste Ziel ist, gesund zu bleiben“, so der Sanitär-Experte, „und dann möchten meine Frau und ich gerne Deutschland erkunden. Dafür haben sich die beiden ein Wohnmobil angeschafft. „So sind wir flexibel und können auch unsere Räder mitnehmen.“

Und obwohl Winfried Bökmann jetzt mit seiner Frau quer durch Deutschland reisen möchte, wird er seinem früheren Arbeitgeber immer verbunden bleiben. „Ich bin einfach zu verwurzelt hier“, sagt der 63-Jährige und ergänzt mit einem Schmunzeln, „und ich habe auch schon einige Termine mit Freunden und Bekannten gemacht, die ich in Sachen Bad beraten soll. Mit denen werde ich dann durch die Ausstellung von Franz Kerstin gehen und ihnen dort die Innovationen vorführen. Denn so ganz geht man ja doch nicht.“